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8 AGR stilllegen


Durch die Abgasrückführung wird im Teillastbereich unterhalb 3000 U/min Abgas in den Ansaugtrakt des Motors zur Reduzierung des Stickoxidausstosses geleitet (s. o.). Die im Abgas enthaltenen Russ- und Ölpartikel können sich am AGR Ventil ablagern und dieses verstopfen, so daß es in halboffenem Zustand hängen bleibt und zu Leistungseinbrüchen (dauernd oder auch nur zeitweise, insbesondere nach Gaswegnahme und wieder Gas geben) führt. Dass die in den Zylinder gelangenden Russpartikel nicht unbedingt förderlich für ein langes Motorleben sind liegt auf der Hand, wird doch gerade durch den Luftfilter verhindert dass eben solche Festkörper in den Motor gelangen können. Durch ein Stillegen des AGR Ventils wird der Partikeleintrag in den Motor verhindert. Eine einfach Stillegung des AGR Ventils kann mit einer Durchtrennung der pneumatischen Steuerleitung und Verschließen der beiden Enden mit je einer Schraube erreicht werden, allerdings nutzt das wenig wenn das AGR Ventil schon so verschmutzt ist, dass es nicht mehr zugeht. Es muss dann erst einmal ausgebaut und gereinigt oder ersetzt werden.


Abbildung 8 1: AGR tot legen

Durch diese Maßnahme sinkt der HC- und Russ-Ausstoss des Motors, aber der Stickoxid Ausstoß des Motors steigt an, so dass sich in der Summe das Abgasverhalten verschlechtert und dadurch die Betriebserlaubnis des Fahrzeuges erlischt:

§19 STVZO: Erteilung und Wirksamkeit der Betriebserlaubnis

(2) Die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs bleibt, wenn sie nicht ausdrücklich entzogen wird, bis zu seiner endgültigen Ausserbetriebsetzung wirksam. Sie erlischt, wenn Änderungen vorgenommen werden, durch die

1. die in der Betriebserlaubnis genehmigte Fahrzeugart geändert wird,

2. eine Gefährdung von Verkehrsteilnehmern zu erwarten ist oder

3. das Abgas- oder Geräuschverhalten verschlechtert wird.

Wenn die Betriebserlaubnis erlischt, entsteht automatisch ein Verstoß gegen:

§18 STVZO: Zulassungspflichtigkeit

(1) Kraftfahrzeuge mit einer durch die Bauart bestimmten Hoechstgeschwindigkeit von mehr als 6 km/h und ihre Anhänger (hinter Kraftfahrzeugen mitgeführte Fahrzeuge mit Ausnahme von betriebsunfähigen Fahrzeugen, die abgeschleppt werden, und von Schleppachsen) dürfen auf öffentlichen Strassen nur in Betrieb gesetzt werden, wenn sie durch Erteilung einer Betriebserlaubnis oder einer EG-Typgenehmigung und durch Zuteilung eines amtlichen Kennzeichens für Kraftfahrzeuge oder Anhänger von der Verwaltungsbehörde (Zulassungsbehörde) zum Verkehr zugelassen sind.

Fährt man trotzdem mit solch einem KFZ auf öffentlichem Verkehrsgrund, so tritt der Tatbestand des Fahrens ohne Betriebserlaubnis in Kraft:



Bußgeldkatalog, Nr. 178:

Kraftfahrzeug oder Kraftfahrzeuganhänger ohne die erforderliche Zulassung oder Betriebserlaubnis oder außerhalb des auf dem Saisonkennzeichen angegebenen Betriebszeitraums oder nach dem auf dem Kurzzeitkennzeichen angegebenen Ablaufdatum auf einer öffentlichen Strasse in Betrieb gesetzt: 50 € und 3 Punkte.



Im Wiederholungsfall droht nach §25 STVG auch Fahrverbot, da von einer beharrlicher Pflichtverletzung ausgegangen wird:



§25 STVG Fahrverbot

(1) Wird gegen den Betroffenen wegen einer Ordnungswidrigkeit nach § 24, die er unter grober oder beharrlicher Verletzung der Pflichten eines Kraftfahrzeugführers begangen hat, eine Geldbusse festgesetzt, so kann ihm die Verwaltungsbehörde oder das Gericht in der Bussgeldentscheidung für die Dauer von einem Monat bis zu drei Monaten verbieten, im Straßenverkehr Kraftfahrzeuge jeder oder einer bestimmten Art zu führen. Wird gegen den Betroffenen wegen einer Ordnungswidrigkeit nach § 24a eine Geldbusse festgesetzt, so ist in der Regel auch ein Fahrverbot anzuordnen


Kommentare  

#57 Flo 2015-07-29 07:36
Ja, hast recht, der sitzt auf den 3. Zylinder!

bei Zylinder 1 und 3 habe ich Werte von +2,4~!

Diesen Wert habe ich im Leerlauf angezeigt bekommen!
#56 Guest 2015-07-29 05:44
Hi Flo,

Die Dieselschrauber haben einen schönen Fachartikel zum Nadelhubgeber und wie man den grob überprüfen kann:
community.dieselschrauber.de/. ../

Also Widerstandwert messen, bei erhöhter Drehzahl mal den NHG abkopfen usw.

Der NHG sitzt aber auf Zylinder Nr3, du hattest deinen Fehler auf Zylinder 2.
Könnte von daher auch wirklich eine defekte Einspritzdüse sein, die Max Werte, die ich so noch aus dem Kopf weiss, waren ja grob +/-3, das sollte dir aber VCDS als "tooltip" anzeigen wenn du mit dem Mauszeiger über dem entsprechenden Feld bleibst.

Die -74 wären dann ja zu viel,
und diesen Wert hast du im Leerlauf vom Motor ausgelesen?
#55 Flo 2015-07-28 17:33
so eben eine Log fahrt gemacht!

Esp ist genau richtig eingestellt, jedoch ist mir bei MWB 13 aufgefallen, dass ich beim 2. Zylinder einen Wert von -74 angezeigt bekomme!
Kann das der Nagelhubgeber sein?
#54 Flo 2015-07-28 11:29
Nein, das hat kein Spiel.

loses Kabel habe ich bisher noch nicht entdeckt, aber Spannungen Stimmen soweit überall, wenn ich nachmesse!

Die Einstellung überprüfe ich nachher! weiß zumindest das im Leerlauf etwas von 3,2 stand, was die Fördermenge angeht.

Ich wundert es nur, dass es nicht direkt danach aufgetreten ist( bin an dem Tag 200km gefahren und am anderen war auch alles okay!
Musste dann auch das AGR und den LMM reinigen, weil er dann aufeinmal auch gerußt hat, was aber jetzt wieder weg ist!
#53 admin 2015-07-27 17:16
Es trat nach dem Zahnriemenwechsel auf, vorher war alles okay?

Also das Kurbelwellenrad ist fest und hat kein Spiel?

Keine losen Kabel im Motorraum?

Dynamischer Einspritzzeitpunkt eingestellt und kontrolliert?

Ich würde mal versuchen mit VCDS im Motorsteuergerät in die Grundeinstellung zu gehen und zu überprüfen ob der Spritzversteller funktioniert (der spritzbeginn wird hier dann immer von ganz früh auf ganz spät usw. gestellt).

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